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Betreten verboten!
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"All that we see or seem is nothing but a dream within a dream"
E. A. Poe

Was passiert, wenn man/frau neue Räume betritt oder neue Räume schafft? Eine Baustelle ist das Paradebeispiel menschlichen Wirkens. Wie reagiert eine Welt, die wir eigentlich gar nicht mehr wahrnehmen? Wo stehen wir? Bei der Erarbeitung der Performance haben wir versucht diesen Fragen tänzerischen Ausdruck zu verleihen.

Der Choreograf hierzu:

Einige während unserer Arbeit an diesem Stück oft benutzte Begriffe sind:

v     Innehalten: Anhalten und gleichzeitig beginnen, die herrschenden Muster zu verlassen, ein Stückchen neue, belebende Realität zuzulassen

v     Fokussieren: das gezielte Ausrichten des inneren Blickes auf  kleinste Details, um dann wieder zu schauen , was passieren will, ohne dass nur mein Kopf es will. Und immer wieder die bewusste Entscheidung, den Fokus zu ändern.

v     mit dem Körper denken: den Gedanken den Weg in den Körper zu ermöglichen und umgekehrt, weg vom Interpretieren (Plausibilisieren) , einfach nur entscheiden: jetzt tue ich dies , jetzt tue ich das, jetzt tue ich nichts...noch mal nichts... Mein Körper weiß viel mehr und vor allem viel besser und umfassender als mein Kopf.

v     Zentrieren: An welcher Stelle kann ich meinen Körper am besten kontrollieren, ihn mit meinem Fokus (geistigen Blick) verschmelzen lassen (Hingabe)?

v     Dunkelheit, Dämonen, Schmerz: darin liegt verborgen, was erhellt werden will, was umarmt werden will, was angeschaut werden will.

Textfeld:

Das alles hat auf den ersten Blick nichts mit einer Baustelle zu tun, und doch hat die Beschäftigung damit diese Themen aufkommen lassen, diese Fragen gestellt. Die Arbeitsmethode und das Thema dieser Performance haben sich gegenseitig bedingt, sind miteinander verschmolzen.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass unsere ganze Natur, die uns umgibt, mindestens genauso belebt und beseelt ist wie wir Menschen, kann man sich sehr gut vorstellen, welches Ausmaß an rücksichtsloser Zerstörung solch eine Baustelle darstellt.

Es gab einmal eine Zeit, als der Mensch und die Natur noch im Einklang waren. Da gab es noch ein Bewusstsein für Orte mit bestimmten Energiezentren, an denen dann z.B. Kirchen  gebaut wurden. Heute werden solche Eingriffe in der Regel nach verstandesmäßigen und materiellen Kriterien vorgenommen.

Uns hat sich bei diesem Anblick die Frage gestellt: Was passiert bei solch einem Eingriff? Und vor allem :Wie kann man damit umgehen, außer nur in einer Moralisierung (böser Mensch- gute Natur) stecken zu bleiben? Welche Aufgabe birgt uns diese offensichtliche Getrenntheit?

Zu der Reise, die sich durch diese Fragen anbahnt, möchten wir Sie heute abend ganz herzlich einladen.

Alexander Peschko, Heidelberg im Mai 2001

 

Betreten verboten!  ist keine Umsetzung einer literarischen Vorlage. Literarische Inspirationen wurden jedoch durchaus in das Stück eingearbeitet. Wie in Shakespear's "Sturm" oder „Sommernachtstraum“ existiert auch in der Performance eine bewegte Geisterwelt neben und mit unserer vermeintlichen Wirklichkeit. Auch Textelemente von Goethes „Faust“, Ingeborg Bachmann oder Kleist tauchen auf.

In gewisser Weise ist „Betreten verboten!“ eine Parabel über die Parallelität von Wirklichkeit und Unwirklichkeit, Mensch und Natur. Wir haben keine feste Bühne. Der Zuschauer muss sich darauf einstellen, dass es fast überall etwas zu sehen gibt. Was wir zeigen, sind ganz unterschiedliche Welten, die getrennt sind und doch aufeinander treffen. Die Performance handelt vom Getrenntsein, das sich auch zu Beginn dadurch ausdrückt, dass Mensch und Natur ganz unterschiedliche Räume einnehmen. Sie handelt auch vom der Vision des Zusammenwachsens, das sich ritualartig vollzieht und in einer Art „Hochzeit“ endet.

Nach dem Prolog überwiegen elementare Bilder der Natur. Tänzerische Elemente des Butoh, musikalische Untermalung mit Gong und „Naturgeräuschen“ sowie eine durch Flammen dominierte Beleuchtung prägen die Szene auf dem Spielplatz. Danach treten die Menschen auf der Baustelle in Szene. Ein "Wasserfall" von Kletterern, die sich an der Rückwand des Radiumsolbades abseilen, symbolisieren den Fluss des Lebens.  Wer weiß was passiert, wenn beide Welten sich treffen und vermischen. Dass die Baustelle am Ende in Bengalisches Feuer getaucht wird, hat diesmal nichts mit der Zerstörung des Heidelberger Schlosses zu tun.

 

 

 

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Stand: 03. Juni 2001